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Foto: Arno Fischbacher zum Rednerprofil

Wenn eine Stimme berührt. - Von Barack Obama lernen.

Barack Obama hat zurzeit eine unglaubliche Medienpräsenz. Nicht allein, weil er der neue Präsident der Vereinigten Staaten ist, sondern auch, weil er ganz offensichtlich eine besondere Faszination ausstrahlt. Viele fragen sich, was es ist, dass die Anziehungskraft von Obama ausmacht. Von guten Vorbildern kann man nie genug lernen, und als Stimmcoach interessiert Arno Fischbacher natürlich seine Stimme. Da ist er nicht alleine. Die Schweizer "Weltwoche" schreibt: "Das Hauptwerkzeug Obamas ist seine Stimme." Lesen Sie, wie Sie sein Stimmgeheimnis für sich, Ihre Arbeit und Ihr Privatleben nutzen können.

„Anhänger behaupten, Obamas Stimme sei das Fenster zu seinem Herzen“, schreibt die Schweizer „Weltwoche“. Und: „Obama muss die große Ella Fitzgerald studiert haben: Ton, Phrasierung und Beugung der Stimme weiß er virtuos einzusetzen.“ Eine solche Lobeshymne singt Arno Fischbacher nicht auf Obamas Stimme. In seiner über zehnjährigen Karriere als Stimmcoach für die Wirtschaft, hat er viele Stimmen gehört und würde Barack Obama nicht spontan zu den Top 10 der brillantesten Stimmen zählen. Und dennoch ist Obama durchaus ein stimmliches und sprachliches Vorbild. Warum? Obama nutzt das, was er an Stimmpotenzial mit sich bringt auf nahezu perfekte Art und Weise. Es ist nämlich ein großer Unterschied, ob Sie das, was Sie haben, zu 100 Prozent nutzen oder ob Sie ein unglaublich gutes Grundlagenmaterial haben, das aber nur zu 30 Prozent genutzt wird. Das, was man hat, optimal zu nutzen, ist auf jeden Fall die bessere - weil authentischere und damit erfolgreichere - Variante.

„Obama ist nicht „The Voice“, aber er nützt seine Ressourcen optimal.“

Auf den Eigenton einstimmen

Was macht nun Obamas Art und Weise zu sprechen aus? Ein erster wesentlicher Punkt ist, dass er immer wieder aus seinem Eigenton heraus spricht. Dieser Eigenton ist jener magische Stimmklang, bei dem die Stimmlippen im Kehlkopf völlig entspannt schwingen dürfen. Nachdem die feinen Stellmuskeln im Kehlkopf äußerst sensibel auf jegliche Art von Anspannung im Körper reagieren, heißt das, dass eine gewisse Art von innerer Ruhe vorhanden sein muss. Bei Obama hat das ganz sicher mit seiner grundsätzlich wertschätzenden Haltung zu tun. Wenn er spricht, lässt er sich Zeit. Das vermittelt den Eindruck, dass er die Reaktionen seiner Zuhörer oder seines Gegenübers wahrnimmt und nicht nur innerlich darauf wartet, bereits den nächsten Gedanken „an den Mann bzw. die Frau zu bringen“. Auch wenn er zuhört, scheint er das Gesagte aufmerksam aufzunehmen und nicht etwa gleichzeitig gedanklich ein passendes Gegenargument zu entwickeln.

Aus dem Eigenton heraus zu sprechen, erzeugt eine besondere Qualität des Gesagten. Denn der Eigenton ist jener Ton ist, der mit dem geringst möglichen Energieaufwand des Körpers erzeugt wird. Nicht umsonst wird der Eigenton auch als „Wohlfühllage“ der Stimme bezeichnet. Das erzeugt Vertrauen und Zuhörer empfinden ihn als besonders wohlklingend. Dies ist der Klang, mit dem Obama „die Herzen berührt“.

Wie erreichen Sie den Eigenton?

Vielleicht sind Sie neugierig geworden, wie auch Sie diesen magischen Stimmklang für sich nutzen können. Hierzu gleich die gute Nachricht: Sie verwenden diesen Eigenton der Stimme bereits mehrmals täglich. Führen Sie sich nur einmal vor Augen, wie Sie am Telefon Ihrem Gesprächspartner signalisieren, dass Sie noch in der Leitung sind. Meist wird es Ihnen gar nicht bewusst sein, doch immer wieder geben sie ganz selbstverständlich ein scheinbar unbedeutendes „mmhhh“ von sich. Dieses „mmhhh“ klingt in der Regel aus dem Eigenton. Oder stellen Sie sich vor, dass ein Teller mit Ihrer Lieblingsspeise vor Ihnen steht und Sie gerade den ersten Bissen davon genommen haben – „Mmhhh, ist das lecker!“. Wieder klingt Ihre Stimme voll im Eigenton. Wenn Sie bei Gelegenheit einmal genau hinhören, wird Ihnen auffallen, dass diese wohligen Brummtöne meist deutlich tiefer klingen als die nachfolgenden Sprachlaute.

Tipp: Den Eigenton schneller verfügbar machen

Um den Eigenton bewusst und auch dann verfügbar zu machen, wenn es darauf ankommt, ist der erste Schritt, sich die „Wohlfühllage“ Ihrer Stimme möglichst oft bewusst zu machen, um eine Referenz für Ihr Ohr zu schaffen. Brummen Sie bei jeder nur denkbaren Möglichkeit ein wohliges, kurzes „mmhhh“! Ob beim Essen, beim Telefonieren oder im Zwiegespräch – horchen Sie dabei ganz bewusst auf den Klang Ihrer Stimme.

Beobachten Sie auch, wie sich die Tonhöhe verändert, wenn Sie von dort weg anfangen zu sprechen. Sie können das auch ganz gezielt ausprobieren, indem Sie zuerst „mmhhh, mmhhh“ von sich geben und danach einen Satz beginnen. Können Sie an die angenehme Wohlfühllage anknüpfen?

„Obama spricht oft aus seinem Eigenton heraus.“

Sollte das Ziel also sein, überhaupt nur noch im Eigenton zu sprechen? Dazu zunächst ein wichtiger Hinweis: Auch wenn der Begriff Eigenton suggeriert, dass es sich um einen einzigen Ton handelt, so ist tatsächlich ein Stimmklangbereich gemeint. Hier dürfen die Stimmlippen ganz entspannt schwingen. Dennoch entsteht eine lebendige Sprache und berührendes Reden genau dann, wenn Emotionen stimmlich hörbar werden. Das geht unweigerlich mit dem Verlassen der Wohlfühllage einher, denn dafür braucht es stimmliche Modulation. Der stimmliche Schlüssel einer ansprechenden Rede liegt allerdings darin, immer wieder zum Eigenton zurückzukehren.

Der gute Standpunkt

Ein sicherer Stand mit beiden Füßen am Boden ermöglicht es Ihnen, Ihr stimmliches Potenzial auszuschöpfen und Ihren Standpunkt überzeugend zu vertreten. Obama spricht im Stehen und bewegt sich von seinem Standpunkt in der Regel nicht weg. Er vertritt also sicht- und hörbar seinen Standpunkt. Da das Gehirn das Gesagte raum-örtlich abspeichert, ist es für die Zuhörer leichter den Worten des Redners zu folgen, wenn dieser einen „sicheren Stand“ hat. So kann sich deren Aufmerksamkeit stärker auf die auditive Wahrnehmung konzentrieren. Denn die bewusste Wahrnehmung hat nur eine sehr kleine Kapazität von ca. 50 Informations-Bit/Sek., während tatsächlich mehrere Millionen Informations-Bit/Sek. über die verschiedenen Wahrnehmungskanäle auf uns einströmen. Wenn ein Redner während des Sprechens viel herumläuft und die Augen des Zuhörers seine Bewegung mitverfolgen, wird also schon ein geraumer Teil der bewussten Wahrnehmung dafür beansprucht und kann nicht für die Aufnahme der Botschaft genutzt werden.

Der gute „Standpunkt“ ist eines der wirkungsvollsten Werkzeuge, um Ihrer Stimme Energie zu geben. Das heißt: Nehmen Sie Ihren Standpunkt ein, bevor Sie das erste Wort sprechen.

Tipp: Einen guten Standpunkt einnehmen

Was macht einen sicheren Stand aus, von dem aus Sie Ihr stimmliches Potenzial entfalten und Ihren Standpunkt überzeugend vertreten können? Um Ihren Standpunkt einzunehmen, denken Sie bitte an ein Kind, das gerade im Begriff ist, einen Ball zu werfen. Wie steht es in diesem Moment da? Beide Beine sind fest am Boden, die Körpermitte ist in Bewegung, die Schultern locker, alles ist in Erwartung, ob der Wurf wohl gelingt.

Übertragen Sie diese Haltung für sich. Dabei geht es nicht darum, in der Schifahrer-Hocke zu sprechen. Tatsächlich ist es nur eine minimale Veränderung in der Körperhaltung und den Gelenken, die von außen nahezu unsichtbar bleiben: beide Füße stehen knapp hüftbreit am Boden, die Knie sind gelöst, das Gewicht leicht nach vorne verlagert. Die Körpermitte, Kreuz und Becken sind beweglich, die Schultern gelöst, die Arme sinken nach unten, der Kopf ist aufrecht, der Nacken leicht gestreckt.

Innere Beweglichkeit und der Wunsch, die Gedanken der anderen zu erfassen, ist körpersprachlich übrigens gut an den Knien eines Menschen ablesbar. Sind sie durchgestreckt, wirkt der ganze Mensch eher unbeweglich. Überprüfen Sie selbst, wie sich Ihre Stimme verändert, wenn Sie vom harten Stand mit durchgestreckten Knien hin zum aktiven Stand wechseln. Um die Veränderung zu hören, summen Sie am besten ein langgezogenes „mmhhh“ vor sich hin, oder zählen Sie im Stil einer Litanei von einundzwanzig bis dreißig. Nehmen Sie wahr, wie viel kräftiger Ihre Stimme nun klingt?

„Durch seinen festen Standpunkt gibt Obama seiner Stimme Energie“

Literaturtipp:

Arno Fischbacher
Geheimer Verführer Stimme 
77 Fragen und Antworten 
zur unbewussten Macht in der Kommunikation
Soft Skills kompakt, Band 6
Junfermann Verlag 2008 | 80 Seiten, 
€ [D] 9,95, € [A] 10,30

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