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Farbe für ein neues Gesundheitswesen

Susanne Wied

Leo Nefiodow hat mit seiner These des sechsten Kondratieff angekündigt, dass Gesundheit zum entscheidenden Wirtschaftsfaktor unseres Jahrzehnts wird, und wenn man in Zeitschriften und Internet schaut, kann man sich vor Aufforderungen und Anleitungen zu gesunder Lebensführung und Versprechungen eines glücklichen, entspannten Lebens in Wellness-Tempeln kaum retten. Es ist wirklich erstaunlich, dass dabei überhaupt noch jemand krank wird. Wir werden mit linksdrehenden Joghurt-Kulturen bei guter Verdauung gehalten, mit ansteigenden Muskelübungen fit gedehnt, mit Feng Shui „geostet“ und mit Sonnenbanken womöglich im gleichen Studio zart "ge(r)östet".

Mögliche Zugänge zu Gesundheit und Wellness

Die Freiheit winkt uns heute nicht mehr mit westlichen Zigaretten sondern mit der Wahl verschiedener Rohkostsalate. Vermeintliche Gesundheitsrisiken lauern überall wie Raubtiere im Dschungel. Allerdings wechseln die Bestien je nach Stand der Erkenntnis: Vor einigen Jahren waren es noch ordinär die Kalorien im Essen, nun sind es die bösen LDL-Cholesterine die ihr hinterhältig schändliches Treiben gegen die guten HDL-Cholesterine richten. Peinlicherweise betreibt der eigene Körper Verrat an uns weil wir einen großen Teil der Eigenschaften, die uns gesund halten oder krank machen, genetisch selbst mitbringen und nur bedingt beeinflussen können. Was verursacht dieses relativ neue Phänomen, die Kultivierung von "Gesundheit um jeden Preis" in unserer westlichen Gesellschaft?

Gesundheit – ein kurzer Blick in die Vergangenheit

Anfang des vorletzten Jahrhunderts noch war es völlig normal, ständig krank zu sein und früh zu sterben. Hohes Alter war ein seltenes Geschenk Gottes und wurde nicht der persönlichen Fitness und Verantwortung zugeschrieben, sondern einem gottesfürchtigen frommen und sittsamen Lebenswandel. Das schloss natürlich, ohne dass jemand im Einzelnen danach geforscht hätte, eine gemäßigte Lebensführung ein: ein bisschen rauchen, ein bisschen trinken, Samstagnachmittag Kinder zeugen, Fleisch einmal die Woche. Die Kinder- und Frauensterblichkeit im Wochenbett war hoch. Das Recht auf Gesundheit, die durch den Staat zu gewährleisten ist, war noch nicht erfunden. Der Wert des individuellen Lebens war relativ, da ganz eindeutig ein Leben nach dem Tode in Aussicht gestellt wurde. Zwar entwickelte sich philosophisch und theologisch schon seit der Renaissance, der Reformation und der Zeit der Aufklärung eine zunehmende Säkularisierung (Verweltlichung) des Denkens mit der Folge, dass die Welt und der Verlauf des Lebens nicht mehr als allein gottgegeben schicksalhaft aufgefasst wurde. Diese Gedankengänge beschäftigten aber nur wenige Theologen, Philosophen und Literaten.

Der Großteil der Bevölkerung, der mit dem humanistischen Ideal, der "Menschwerdung" durch Bildung (und nicht mehr durch Gott) und dem antiken Motto "mens sana in corpora sana" (ein gesunder Geist in einem gesunden Körper) gar nicht in Berührung kam, lebte das Leben, in das man hineingeboren wurde. Der Pfarrer predigte am Wochenende, was man zu tun und zu lassen hatte. Ärzte waren lediglich bei ausreichenden Barmitteln erschwinglich und auch noch nicht im heutigen Sinne wissenschaftlich ausgebildet. Berufliche Krankenpflege gab es nicht und wenn, dann von Wesen zweifelhafter Reputation.

Den Durchbruch moderner Auffassungen von breiter Krankenversorgung und dem Zurückdrängen der Sterblichkeit durch Infektionen gelang u.a. in England Florence Nightingale und Edward Jenner, in Österreich Ignaz Semmelweiß und in Deutschland Rudolf Virchow. Nightingale, die ikonisierte Lady mit der Lampe im Krimkrieg gilt als Begründerin des öffentlichen Gesundheitswesens in England. Sie forderte übrigens schon 1850 intuitiv richtig, Tageslicht in die Krankenabteilungen zu lassen. Jenner erfand die Impfung, Virchow stellte die Medizin konsequent auf naturwissenschaftliche Füße und gilt als Begründer der Sozialmedizin durch sein starkes politisches Engagement im damaligen Preußen, das Menschen eher als Staatsmaterial betrachtete und nicht unbedingt interessiert an ihrem gesundheitlichen Wohl war. Semmelweiß führte die Händedesinfektion ein und senkte so die Wöchnerinnensterblichkeit dramatisch. Wir wissen heute, dass die Lebenserwartung breiter Bevölkerungsschichten weniger durch die individuelle ärztliche Heilkunst als durch die Verbesserung der hygienischen Verhältnisse, die Einführung von Impfungen, der verbesserten Wasserqualität und der Ernährung stieg.

Gesundheit und Wissenschaft heute

Gesundheit als öffentliches Gut und eigenständiger Wert wurde besonders durch die Weltgesundheitsorganisation in den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts propagiert. Beeindruckt von den gestiegenen Möglichkeiten in der Industriegesellschaft, glaubte man optimistisch, mehr Gesundheit für alle Menschen erreichen zu können. So entstand die heute noch gängige Definition der WHO, das Gesundheit der Zustand völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens sei. Aus heutiger Sicht muss man eher feststellen, dass diese Definition einer sozialutopischen Sichtweise entspringt, denn nach dieser absoluten Aussage wären wir alle nicht gesund. Es besteht dadurch ständiger, auch finanzieller Handlungsbedarf für die Mitgliedsstaaten der UNO, die Gesundheit ihrer Bevölkerung zu schützen und zu fördern. Eine "Wohlfahrtsindustrie" hat sich entwickelt, die natürlich für den Markt ein interessantes Betätigungsfeld ergibt. Die Pharmaindustrie, Medizingerätehersteller, Freiberufler und Arbeitnehmer im Gesundheitswesen hatten und haben alle ein natürliches Interesse daran, dass genügend Menschen als krank und behandlungsbedürftig definiert werden.

Was also früher Badern, Heilern, und Leibärzten zum Lebensunterhalt diente, ist mittlerweile in staatlich und wirtschaftlich organisierte Formen übergegangen. Der Siegeszug der Naturwissenschaft im Wissenschaftsbereich hält unvermindert an. Die Konsultation von Nichtärzten bei Krankheit gilt als abergläubisch (in Wissenschaftskreisen also auch der Besuch von Heilpraktikern) und die einsetzende Wellness- und "Esoterikwelle" im Gesundheitsmarkt wird an Universitäten mit einer Mischung aus echtem Entsetzen, Spott und einer Prise Neid betrachtet. Wenn also deutsche Hochschulmediziner mit "alternativen" oder als komplementär bezeichneten unkonventionellen Heilweisen arbeiten oder daran forschen möchten, kommen sie in größte Legitimationsschwierigkeiten, die heute zwar nicht mehr auf dem Scheiterhaufen enden, aber mit Ignoranz und möglichem Ausschluss aus dem regulären Wissenschaftsbetrieb sanktioniert werden. Die niedergelassenen Ärzte sehen das schon aus wirtschaftlichen Erwägungen meist pragmatischer und kommen den Forderungen ihrer Patienten auf privat liquidierter Basis nach. Die Aussage, wer heilt hat recht, gilt nicht für die naturwissenschaftlich ausgerichtete Medizin, denn der individuelle Heilerfolg muss sich gegenüber Vergleichsgruppen behaupten. In diesem Denkmuster wird eine unerklärliche, zwar real stattgefundene Heilung (aber in Studien nicht breit reproduzierbare) dem Plazeboeffekt zugeordnet.

Es ist also kein Zufall, dass in der Forschung eher auf technologische und z.B. genetische und pharmazeutische Forschung gesetzt wird. Es entspricht einfach dem vorherrschenden Weltbild und ist karriereförderlich. Entsprechend hat sich unser wissenschaftlich fundiertes Gesundheitswesen entwickelt. Und was für alle reifen Wissenschaften (oder auch Religionen) gilt ist das so genannte Paradigma (der Geltungsbereich einer Wissenschaft), das eifersüchtig gehütet und gegen Veränderungen und Konkurrenz verteidigt wird.

Forschung zu Lichttherapie findet sich zumindest in Deutschland daher nur im klassischen Bereich der Physik wieder. Viel Lux ist gut gegen Depression. Das ist vom Standardnaturwissenschaftler nachvollziehbar, reproduzierbar und bringt der Lampenindustrie Umsatz. Farbpunktur oder andere Farblichtherapien, die ausdrücklich an der individuellen und energetischen Verfasstheit des Menschen ansetzen, haben in diesem System bisher keine Chance auf breite wissenschaftliche Fundierung. Dem einzelnen von seiner Therapie zu Recht überzeugten Farbtherapeuten mag das egal sein, aber die Masse von Patienten, die in ihrer Versicherung auf eine standardisierte evidenzbasierte (nachweisgestützte) Medizin und Pflege angewiesen ist, kann so nicht in den Genuss der hochwirksamen Verfahren gelangen. Wir sind längst gefordert, intelligente Verknüpfungen traditioneller östlicher und "moderner" westlicher Heilweisen zu bilden. Überall dort, wo Therapeuten und Wissenschaftler und andere Fachleute wagen, über ihre Tellerränder zu blicken und ihre Ideen sinnvoll miteinander zu verbinden, sind Erfolg versprechende Ergebnisse zu erwarten. Es gibt dabei überhaupt keinen Grund auf technischen Fortschritt zu verzichten, schon gar nicht, wenn man lichttherapeutisch arbeiten möchte. Die Begründer der Therapien hatten ja nur Geräte auf dem Stand der damaligen Möglichkeiten zur Verfügung. Und Nachweise über (wie auch immer geartete) Wirksamkeiten von Licht zu führen, ist auf jeden Fall im Interesse des therapeutischen Erkenntnisgewinns und damit im Interesse der Patienten.

Momentan befinden wir uns in einer Phase international stürmischer Entwicklungen in Gesellschaft und Wissenschaft, die völlig gegenläufig verlaufen und deren Ergebnisse momentan nicht absehbar sind. Intuitiv richtig spüren alle Experten, dass wir vor neuen Entdeckungen stehen. Die Methodik passt lediglich noch nicht zur Erkenntnis. Nefiodow hat also Recht, wenn er sagt, vom heutigen, in starren bürokratischen Strukturen verhafteten Gesundheitswesen ist in Bezug auf die anstehenden Veränderungen nicht viel zu erwarten. Wir stehen heute vor der paradoxen Situation, dass wir Gesundheit als Recht für alle auffassen, aber die Finanzströme tendenziell anders fließen. Politisch wird zwar noch ein wenig am kranken System gedoktert aber die Entwicklung zu mehr Eigenverantwortung und wieder mehr Einfluss, zu welcher sozialen Gruppe man gehört, um gesund zu bleiben, lässt sich momentan nicht aufhalten. Und so pilgern alle, die es sich leisten können oder müssen, zu Lifestyle- Fitnesstraining, Wellnesscentern und Zahnprophylaxe, ergänzen ihre Nahrung mit Kollagen und Mineralstoffen, Naturpigmenten usw. Wenn der Verfall dann doch einsetzt, versucht die Schönheitschirurgie, für Aufschub zu sorgen. Man hält das kurze Leben, an dessen Ende man nicht mehr das ewige Leben sieht, so lang wie möglich einigermaßen intakt fest. Gesundheit ist auch ein wirtschaftlich relevanter Faktor. Arbeitgeber sind aus ihrer Perspektive an gesunden d.h. an arbeitsfähigen Mitarbeitern interessiert. Selbstständige und Leitungskräfte natürlich genau so in Bezug auf ihre eigene Arbeitsfähigkeit. Man kann also im medizinischen Sinne chronisch krank sein z.B. als Diabetiker oder mit einer Brustkrebsdiagnose, jedoch im Arbeitskontext gesund. Wer kein Geld und keine Bildung besitzt hat nachgewiesen schlechtere Chancen, in dieser Gesellschaft als gesund zu gelten.

Gesundheit – ein relativer Begriff

Als gesund gelten oder gesund sein, wo liegt der Unterschied? Man muss sich heute klar darüber sein, dass es keine objektive Gesundheit gibt. Während sich Menschen, bei denen medizinisch nichts gefunden werden kann, todkrank fühlen können, empfinden sich eine ganze Anzahl von Menschen mit massiven Symptomen (z.B. einem im MRT sichtbaren Bandscheibenvorfall mit dem andere sofort operiert würden) als völlig gesund. Heutzutage unterliegt die Auffassung über Gesundheit und Krankheit seit Aufdeckung der individuellen Psyche durch Sigmund Freud und in der späteren Entwicklung der eher verhaltensorientierten Gesundheitspsychologie einem Wandel. Bestimmte Krankheiten treten nur zu bestimmten Zeiten auf. Die Freudsche Hysterie oder Neurose gibt es nicht mehr (als Krankheit definiert, da die Voraussetzungen dafür in sexueller Verklemmung in einer bestimmten Gesellschaftsstruktur lagen, die heute so nicht mehr gegeben sind. Heutzutage sind Infektionskrankheiten wie z.B. Aids aufgetreten, deren rasante Verbreitung wiederum mit gewonnener sexueller Freizügigkeit zusammenhängt. Depressionen steigen zahlenmäßig dramatisch an, ob aus Lichtmangel oder genetisch bedingt, ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt, wird je nach Schule unterschiedlich begründet. Andere Erkrankungen wie Diabetes gab es früher in der Form kaum, da man erstens gar keinen oder weniger Zucker konsumierte und wenn, dann frühzeitig an den Folgen starb. Während also der Fortschritt zu Virchows Zeiten bedeutete, überhaupt am Leben zu bleiben (in weiten Teilen der Welt ist das ja auch nach wie vor so), liegt die gegenwärtige Herausforderung nicht im reinen Überleben (wer lebt ist quasi schon gesund) sondern im gesunden also symptomfreien, schmerzfreien bzw. schmerzarmen und durch Wohlbefinden gekennzeichneten Leben.

Gesundheitsmodelle

Das Salutogenese-Modell Anton Antonovskys (1979) entspricht der Auffassung, dass das Lebenskontinuum geprägt ist durch permanente Prozesse des Individuums zum Erhalt und der Wiedererlangung von Gesundheit. Nicht nur die bösen Keime greifen uns von draußen an, sondern auch der Mensch selbst, trägt durch seine Konstitution und Lebensführung dazu bei, gesund zu bleiben oder krank zu werden Der salutogenetische Ansatz fragt daher nach den Ressourcen, die zur Gesundheit beitragen können. Ein Pflegemodell Martha Rogers (1970) betrachtet den Menschen als Energiefeld in Resonanz zu seiner Umwelt, der weder im definitorischen Sinne krank oder gesund ist, sondern sich in seinem Lebenskontinuum in unterschiedlichen Ausprägungen wohl oder unwohl fühlt. Interventionen greifen bei diesen Blickwinkeln nicht daran, die Bazille zu "töten", den Herzinfarkt zu "bekämpfen", die Krankheiten allgemein zu "besiegen" sondern die Selbstheilungskräfte des Menschen zu stärken. Tod und Sterben werden in diesen Konzepten als Teil des Lebens akzeptiert. Beim klassischen "Bekämpfungsmodell" der Medizin ist der Tod eine Niederlage. Das von der WHO propagierte Recht auf Gesundheit wird allerdings häufig verwechselt mit einem Recht auf dauerhaftes Glück. Oder sogar als Menschenrecht aufgefasst. Das ist nicht leistbar – von keinem wie auch immer gestalteten Gesundheits- und Gesellschaftssystem.

Das Ursache-Wirkungsmodell (Kausalmodell) der Medizin hat bei allen unbestrittenen Vorteilen den Menschen als Ganzes aus den Augen verloren. Hier setzt die Kritik am modernen Gesundheitssystem an und hier setzen auch alle farbtherapeutischen Ansätze an.

Ganzheitlichkeit: Sehnsucht nach Vollständigkeit

Ganzheitlichkeit als Begriff drückt in sich schon den Mangel aus. Wer von Ganzheitlichkeit spricht, hat die Ganzheit schon verloren oder nie gefunden.

Es gibt Hauptströmungen bei den Auffassungen über Ganzheit und der Ganzheitlichkeit als Weg zur Ganzheit oder die Eigenschaften der Teile des Ganzen, die sich erheblich unterscheiden.

1. Ein reduzierter Ganzheitsbegriff: Das Ganze als Summe der Teile (als Beispiel im ökonomischen Kontext geldwerte Elemente wie Euro) und ausdrücklich nicht mehr als das. Die klassische, lineare Vorstellung von Ganzheitlichkeit als Summe von Faktoren kann zur Konsequenz haben, dass der Mensch mit seiner Gesundheit oder Krankheit beispielsweise nur als betriebswirtschaftliches Kapital (sog. Humankapital beim Qualitätsmanagement) bzw. Vermögen oder Defizit, z.B. Kostenfaktor im Gesundheitswesen betrachtet wird. Damit wird er auf seine Funktion im System reduziert, aber die Komplexität von Systemen wird nicht beachtet. Was auf der einen Seite eingespart wird, kostet an der nächsten mehr. Widersprüche und Unzufriedenheit bei den Kunden treten auf, wenn eine Krankenversicherung (egal ob privat oder Pflicht) mit Ganzheitlichkeit wirbt aus Marketingerwägungen und gleichzeitig ihre Leistungen aus Kostenerwägungen an der sog. Sprechenden Medizin oder Komplementären Heilmethoden reduzieren. Hier ist es besser, Ganzheitlichkeit nicht erst zu versprechen, da sie gar nicht vom System geboten werden kann.

2. Das Ganze als sog. Übersummation oder Einheit mit emergenten Eigenschaften. In der Medizin wurde die Bezeichnung des Menschen als biopsychosoziale Einheit geprägt und damit anerkannt, dass eine wissenschaftliche notwendige Reduktion auf einen der Faktoren biologische, psychische und soziale Funktion nicht den Menschen in seiner Ganzheit erfasst (Thore v. Uexküll, Jens Niehoff). Seither versucht man in der Medizin Psyche und Soma, nachdem sie als Folge der Philosophie von René Descartes getrennt wurden, wieder als Psychosomatik zusammenzuführen.

3. Zweipolig-wechselseitige (synergetische) Ausprägung der Ganzheitlichkeit: Das Ganze entsteht durch das Wechselspiel von Gegensätzlichkeiten; auf den einfachen Regulationsebenen wird durch die Reibung zwischen gegensätzlichen Zuständen ein Idealzustand (z.B. der Homöostase) erreicht, der zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung von dynamisch-stabilen Zuständen führt. Auf höheren Entwicklungsebenen werden die Gegensätzlichkeiten miteinander in Einklang gebracht (integriert, emergiert), so dass eine neue Entwicklungsstufe (Differenzierung) erreicht werden kann. Es kommt zu einer stufenweisen Differenzierung von Systemen vom einfachen (z. B. Einzeller zu Vielzeller) bis hin zum Sternensystem in evolutionären Stufen. Diese Auffassung von Ganzheitlichkeit dient der grundsätzlichen abstrakten Erklärung von Strukturen in Systemen, z. B. dem biologischen System oder allgemein als Entwicklungsmodell und im Zusammenhang mit der sog. lernenden Organisation. Ganzheitlichkeit kann dem Streben nach Vervollkommnung entsprechen oder nach immer weiterer Ausdifferenzierung, die auch zum Zerfall des Systems führen kann (Ken Wilber, 1995)

4. Entdifferenzierende Ganzheitlichkeit: Hier liegt der Schwerpunkt der Betrachtung nicht auf den Strukturen sondern auf dem Ganzen. Danach bildet der Mensch eine untrennbare Einheit (Martha Rogers, 1970), nicht erklärbar und vorhersagbar in seiner Entwicklung und seinen Reaktionen durch das Wissen über seine Einzelaspekte, z. B. in Form medizinischer Diagnosen. Auch spirituelle Erfahrungen wie bei Meditation, mystischen Erleuchtungen zählen zu der entdifferenzierenden Ganzheitlichkeit. Hier tragen gerade Farb- und Lichttherapeuten, denen die Spiritualität in ihrem Menschenbild am Herzen liegt besondere Verantwortung, die Entwicklung und persönliche Verarbeitungsfähigkeit ihrer Klienten und Schüler richtig einzuschätzen. Farb-Lichttherapie greift mit ihrer Information in den höheren Ebenen ganz erheblich in die vorgegebenen holographischen Strukturen des Einzelnen ein, löst sie zeitweilig (entdifferenziert) und führt zu Neuordnung. Das kann zu Irritationen und Ängsten bei den Behandelten führen, die zwar normal sind für jeden Entwicklungsschritt im Leben, aber auch sachkundig begleitet werden müssen. Bei Menschen, die biographisch bereits unter Psychosen oder extremen Angstzuständen zu leiden hatten mit entsprechenden Orientierungsverlusten, sollten diese Therapien nicht von unerfahrenen Therapeuten angewendet werden. Was für den einen die alles erkennende Befreiung und Erleuchtung, ist für den anderen angstvoller Absturz ins Ungewisse Bodenlose. Ganzheitlichkeit bedeutet nicht Strukturlosigkeit der Therapie!

Neue – farbige Wege zur Gesundheit

Geht man pragmatisch davon aus, dass wir alle als potenzielle Therapiekunden nur ein bisschen ganz gesund sein können und als Therapeuten und Gestalter welcher Fachrichtung auch immer nur ein bisschen ganz recht haben, können wir frei mit Hans Peter Maier sagen, dass ein Mensch, der seine Mitte hat, keine spezielle Farbe noch Medizin braucht, um sich mit seiner Umwelt in Balance zu halten. Das hat er weise erkannt und andere werden es weiter tragen. Zum Leben gehören jedoch auch die Brüche: das nicht in Balance sein. Hier können wir mit Farben und Licht auf den unterschiedlichsten Ebenen wunderbar die Gesundung und Gesundheit unterstützen, beim Kranksein aushalten helfen und die letzte Transformation, das Sterben erleichtern. Und hier kann jeder, der sich mit Farben beschäftigt hat, in seinem beruflichen Feld beitragen. Mit Farben/Licht und der Forschung dazu können wir die historisch gewachsenen zergliedernden Menschenbilder überwinden und in wirklich holistische Denk- und Lösungsebenen vordringen. Das unsägliche gegenseitige Zuschieben von psychischen oder körperlichen Ursachen ist in diesem Therapiekonzept schlicht überflüssig. Denn lediglich die Ausformung wird erkennbar auf einer psychischen oder somatischen Ebene des ganzen Menschen. Wer das verbale Somatisieren bzw. Psychologisieren (je nach Denkmuster) als Patient oder im halbgebildeten Freundeskreis schon über sich hat ergehen lassen müssen, kann diese Entwicklung nur begrüßen. Es gibt kein Krank-Gesund-Sein ohne emotional-psychische Beteiligung und kein emotionales Erleben ohne körperliche Begleiterscheinungen. Das Wissen um Farben ist existenziell in uns angelegt: "Es werde Licht" kann heute beschrieben werden mit: "Es werde Leben". Diese Grundform der Lebendigkeit lässt sich auch im Angesicht des nahen Todes erfahren, wenn die Bedingungen dafür geschaffen werden. Hier ist aber die Umgebung gefordert, denn der Sterbende hat nicht mehr die Kraft, diese selbst herzustellen. Hier sind die Grenzen unserer möglichen Autonomie erreicht. Wir müssen als Gesellschaft und damit auch als Teil der Gesellschaft, als Einzelner wieder lernen, Abhängigkeit und ethische Verantwortung als Gegenpol zur Freiheit und Autonomie zu akzeptieren.

Schauen wir also noch mal frohgemut in die Teilsysteme wohl wissend, dass das noch nicht das Ganze gewesen sein wird:

Farben und ihre Anwendungsebenen

Ausgehend davon, dass Pigmentfarben und farbiges Licht verschiedenen physikalischen Gesetzen unterliegen, bleiben wir hier der Einfachheit halber bei dem Begriff Farben für beide Wirkungsphänomene. Die hier vorgestellte Anordnung und die Bezeichnungen beziehen sich auf ihren Kontext zur Gesundheit und ihrer beruflichen Anwendungsebenen. Das Modell erhebt nicht den Anspruch der Allgemeingültigkeit, sondern soll der Anregung dienen, wie Farben sinnvoll in die eigene Gesundheitssorge, berufliche Tätigkeit oder wissenschaftliche Fragestellung eingebunden werden können. Die Gültigkeit kann immer nur begrenzt sein. Diese "Bescheidenheit" ist im Umgang mit Farben wichtig, denn wir wollen keine Farbtheoretiker oder Farbtherapeuten aus dem Malermeister machen. Umgekehrt braucht der Farbtherapeut nicht über jede chemische Eigenschaft eines Pigmentes informiert sein, sondern greift zum Lichtinstrument oder zur Farbkarte einer Firma, die für ihn darüber nachgedacht hat, wie welche Farben/Lichtfrequenzen mit welchen Anwendungsbereich angeboten werden.

Im Folgenden werden drei Farbaspekte unterschieden, die sich in ihren Anwendungen und Wirkungen teils unterscheiden, da ihre Phänomene noch nicht wissenschaftlich geklärt sind, aber auch ineinander übergehen können je nach Ausbildungshintergrund und Sichtweise der Anwender: Die Pigmentfarben, Lichtfarben, und Energiefarben. Da der Energiebegriff zum einen physikalisch zum anderen philosophisch/religiös gewachsen ist auch im Sinne des "Äthers", kann es gut sein, dass sich diese Felder in naher Zukunft mit dem Begriff der Information deckungsgleich beschreiben lassen. Im Augenblick ordne ich hier ein die Farbphänomene, die sich momentan mit gängigen wissenschaftlichen Methoden nicht vollständig erklären lassen, deren Wirksamkeit sich allerdings durch teils jahrhundertealte Erfahrung längst erwiesen hat. Eine zweite Ordnung ergibt sich aus der unterschiedlichen Wirktiefe. Hier schlage ich vor, für unsere Zwecke hierarchisch zwischen der alltäglichen Gestaltungsebene, der therapeutischen, künstlerisch-spirituellen und der Lebendigkeit konstituierenden Ebene zu unterscheiden. Wir können notfalls ohne gute farbige Raumgestaltung auskommen, ohne sofort tot umzufallen – Millionen Menschen in grauenvollen Räumen eingepfercht, treten dafür täglich den Beweis an und werden auch achtzig Jahre und älter. Als Spezies sind wir allerdings auf das Sonnenlicht angewiesen und können auf diese Grundbedingung für unser Leben keinesfalls dauerhaft verzichten. Die beiden Zwischenebenen setzen an bei Daseinsbedingungen, die sich im Kontinuum zwischen Gesundsein und Kranksein und den Reifungsprozessen des Menschen bewegen. Natürlich gibt es Übergänge zwischen allen Ebenen.

PIGMENTFARBEN

Gestaltungsebene

Hier sind unsere Maler, Designer, Architekten und natürlich alle Farbenhersteller gefordert und ermuntert für gesundheitsfördernde Umgebungsgestaltung zu sorgen. Wir brauchen hier keine völlig neuen Farbrezepte, unsere alten Meister wie Goethe und Itten liegen mit ihren Farblehren hier im Prinzip völlig richtig. Auch die Anwendung von Farbtests und die Weiterentwicklung von Farblehren macht hier gerade auch im Bereich der Farbherstellung Sinn. Ihre streng wissenschaftliche Gültigkeit geht aus Gründen, die wir hier nicht vertiefen müssen, gegen Null aber deren Momentaufnahmen sind für eine Person oder Einrichtung in Kombination mit einem erfahrenen Anwender sehr wertvoll. Die Farb- und Stilberatung gehört hier ebenfalls hinein. Je differenzierter die Ausbildung, umso weitreichender die Wirkung für den Klienten. Einem Kollegen auf der Tagung in Murnau ist die sprachliche Differenzierung zwischen dem "Maler" und dem "Anstreicher" zu verdanken. Eine Grundkreativität und Bereitschaft zur Fortbildung und Verantwortungsübernahme ist nötig, wenn gesundheitliche Aspekte in die berufliche Anwendung einbezogen werden. Denn sonst kommen Plattheiten wie: "gelb macht fröhlich" zum Einsatz und schwups ist der Hausflur blassgrellzitronengelb gestrichen und sieht nach drei Wochen und fünf Umzügen aus wie der Vorhof zum Nierenversagen.

Therapieebene

Bei Erkrankungen können sich Therapeuten mit Ausbildungen in beiderlei Richtung (Kunsttherapeuten, die in der Schweiz ausgebildeten Farbtherapeuten, Heilpraktiker, Ärzte usw.) betätigen, indem sie ihr Wissen einbringen, um Patienten mit den richtigen Farben zu unterstützen. Hier ist aber eine medizinische (egal ob schulmedizinische oder komplementäre) Grundausbildung unerlässlich und eine unbedingte Aufmerksamkeit für die Grenzen der Wirkung. Im Notfall gehört ein Mensch in Notfallbehandlung. Der Einzelne muss an seiner Erfahrung und seinem Fachgebiet ermessen, wo die Grenzen liegen. Ein bunter Schal ist nicht die ausreichend richtige Behandlung bei einer klinisch manifesten Depression, aber hervorragend zur Stimmungserheiterung bei einem demenziell verwirrten Menschen geeignet.

Bei der künstlerischen und spirituellen Ebene spielen Pigmente eine herausragende Rolle. Jeder Fachkundige in diesem Gebiet kennt das lebenslange Ringen um die "richtigen" Farben, ob er sie herstellt oder verwendet. Wenn sie gefunden, gemischt, erfahren wurden, weiß man ob sie richtig waren. In der Anwendung ist Intuition nach wie vor vorrangig. Ein wissenschaftlicher Zugang zur Kunst entzaubert sie und beraubt sie schlimmstenfalls völlig ihrer Wirkung. Kunst, hier die Malerei und die künstlerische Gestaltung mittels Pigmenten, ist individuell völlig unterschiedlich zugänglich. Nur wenigen Werken ist eine Tiefe gegeben, dass förmlich jeder von ihnen ergriffen wird (und daran seelisch gesundet). Aber auch die Laienmalerei fördert die subjektive Gesundheit durch ihre ausgleichende Wirkung. Hier ist ebenfalls wichtig auf hohe Qualität der Farben zu setzen, weil schlechte Farben zu schlechten Ergebnissen führen und das Gefühl von Unzulänglichkeit, an dem so viele Menschen leiden, noch verstärken kann. Resonanzprinzipien finden auch in der künstlerischen Farbenherstellung Eingang und werden sicher in den nächsten Jahren verfeinert. Das tut allen Menschen, die mit diesen Farben arbeiten können gut und hat eine gesundheitlich wertvolle Wirkung auf einer ganz alltäglichen Ebene.

biologische Ebene

Natürliche Pigmente spielen eine Gesundheit erhaltende antikanzerogene, immunsteigernde Rolle. Die Wichtigkeit der Strukturen z.B. der sekundären Pflanzenstoffe wie Carotinoide (der Farbstoff in Karotten, Tomaten, Paprika u.a. oder Chlorophyll in Broccoli, Grasgerstensaft usw. wird gegenwärtig immer deutlicher und auch wissenschaftlich nachweisbar (vgl. Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Hier sind Ernährungsfachleute gefragt und die gute alte scheinbar profane Volksweisheit, dass Gemüse und Obst gesund sind. Die Testmöglichkeit der Biophotonentechnik, bezüglich des Frischegrades von Lebensmitteln wird mit Sicherheit in den nächsten Jahren zu breiterer Anwendung kommen. Bei den Nahrungsergänzungsmitteln, die die Pigmente der Gemüse und Obstsorten sorgfältig erhalten, können wir mit den Antioxidantien eine Menge für unsere Gesundheit tun. Eine Großzahl der Präparate ist allerdings kritisch zu betrachten. Das Problembewusstsein, welche gesundheitlich verheerenden Folgen (Dicksein ist das geringste Problem daran) unsere gegenwärtige falsche Ernährung hat, wächst angesichts des Kostendrucks im Gesundheitswesen rasch an.

LICHTFARBEN

Gestaltungsebene

Wer sich in Katalogen, Wellnesszentren, Internet und Möbelhäusern umschaut, sieht eine anwachsende Flut von Farblichtlampen und Skulpturen auf den Markt dringen. Das ist bereits ein deutlicher Beleg für die Aussage, dass unser Jahrhundert ein Jahrhundert des Lichts werden wird. Diese Leuchtkörper erfreuen das Herz jedes Farbenliebhabers und werden auch vordergründig als gesundheitsfördernd, balancierend usw. beworben und empfunden.

Was wir aber nicht unterschätzen sollten ist der Effekt, den wir ja auch schon bei der einfachen Straßenbeleuchtung kennen und den wir heute als "Lichtverschmutzung" bezeichnen. All diese farbigen Beleuchtungsformen sind nicht automatisch gesundheitsfördernd, denn man kann des Guten auch zu viel tun. Wenn man bedenkt, dass Rybergs Monochrom-Dom oder auch die Brost-Lampe nur zeitbegrenzt benutzt werden sollen, ist sicher schnell klar, dass die Kunden hier besser aufgeklärt werden müssen. Sonst kippt die Faszination ggf. ins Gegenteil.

Ein kleiner Ausflug in den Datentransfer:

Das mittlerweile so beliebte Bluetooth in der Datenvermittlung führt bei vielen Kunden zu Überempfindlichkeitserscheinungen. Dazu gibt es natürlich keine Zahlen, da das Verfahren noch zu neu ist. Wenn man aber bedenkt wie stark der Impuls ist und wie leicht Meridianpunkte getroffen werden können und auch werden, sollte sich zumindest jeder, der diese Technik einsetzt, schützen, indem er nachts z.B. im Hotel nicht mit eingeschaltetem Bluetooth neben sich auf dem Nachtschrank schläft. Puristen lehnen wahrscheinlich gleich das ganze Handy-System ab oder bauen Magnetabwehrschilder auf. Wir sollten uns allerdings darüber klar sein, dass wir ununterbrochen von Strahlung durchströmt werden. Wir sind Energiefelder in Form offener Systeme und in ständiger Wechselwirkung mit unserer Umgebung. Dem entgehen wir auch nicht bei Abschalten aller Technik.

Ein anderes gegenwärtig noch trauriges Kapitel ist die normale Beleuchtung in Wohnräumen und am Arbeitsplatz. Hier sind wirklich alle gefordert, die mit Lichttechnik arbeiten für die Einführung physiologischer Lichtbedingungen einzutreten mit Forschung, Überzeugungsarbeit gerade auch bei der Lichtindustrie und der Entwicklung bezahlbarer Systeme. Hier herrscht zwar mittlerweile ein erweiterter Kenntnisstand aber noch lange keine breite Umsetzung. Wenn wir aber bedenken, wie teuer unser Gesundheitssystem für Krankheit bezahlt und wie unwirtschaftlich Arbeitsausfall ist, rechnen sich diese Investitionen, wenn man über kurzfristige Kosten hinweg denkt.

Eine englische Kollegin machte kürzlich einmal eine kleine Umfrage im Farbexpertenkreis. Es sitzen alle wie die Normalsterblichen beim gleichen unangenehmen Licht und das mittlerweile fast ganztägig vor irgendwelchen Monitoren. Hier können wir unsere Umgebung optimieren. Und nebenbei geht ja nichts über Tageslicht, also bitte auch vor die Tür gehen oder mal wieder Sonnenlicht ins Arbeitszimmer lassen. Das mag den Spaziergängern unter Ihnen als überflüssiger Rat erscheinen, der gemeine Großstädter und Büroarbeiter, der womöglich noch Club oder Laufbandfan ist, kommt allerdings manchmal so gut wie gar nicht mehr bei Tageslicht vor die Tür.

Therapieebene

Hier hat sich auch im klassischen wissenschaftlichen Bereich schon viel getan. Die Lux-Therapie ist anerkannt, ihre Wirksamkeit bei Winterdepression belegt und die Lampen finden über das Internet zusehends auch außerhalb der Klinik Verbreitung. Ein schönes Zwischending zwischen Gestaltung und Therapie ist die Body-Clock, deren Ansatz wieder mit dem ersten Sonnenstrahl wach zu werden, einen guten Start in den Tag verspricht und auch gestalterisch gut gelungen ist.

Das wirklich Interessante sind die Lichttherapien wie sie von Alexander Wunsch im Kapitel über die Farbwirkung auf Zellebene ausführlich beschrieben werden und die Farbpunktur von Peter Mandel, die hauptsächlich über die Meridiane und weitere von ihm gefundene Punkte Informationen ins menschliche holografische System setzt. Von einer reinen Symptombehandlung bis hin zu transformativer Veränderung auf der Seele-Geist-Ebene kann mit Lichttherapie dieser Art gearbeitet werden.
 
Behandlungen auf dieser Ebene gehören in die Hände geschulter Therapeuten und sind hochwirksam. Man muss sich nur wieder klar machen: Auch eine Lichttherapie führt nicht zur Wunderheilung. Gesundheit wird hier verstanden als das in Einklang mit sich und der Welt sein – das kann sich auch im Sterbeprozess vollziehen. Eine Farbpunktur kann diesen Weg immens erleichtern. Daher ist es so wünschenswert, dass diese Therapieformen auf einer seriösen Basis (sprich: guter Qualifikation der Anbieter) weitere Verbreitung findet. Einen vorbildlichen Weg geht hier das Zentrum für interaktive Medizin "Venta" in Stuttgart. Die Verbindung modernster naturwissenschaftlicher Erkenntnisse mit den Gewissheiten jahrtausendealter Weisheit. Zentren solcher Art, die vorbehaltlos, aber nicht wahllos ihre Therapieformen wählen, werden in Zukunft die medizinische Betreuung prägen. Die finanzielle Verantwortung liegt aber dafür beim Einzelnen. Und wenn er schon zahlen soll, wird auch der Anspruch an zuwendender und qualifizierter Medizin, Heilpraktik und Pflege wachsen. Ein breites Angebot wird sich allerdings erst über den Weg der Evidenzbasierung ins Gesundheitswesen bahnen. Darauf wird noch lange zu warten sein. Das Argument, diese Therapien seien im Endeffekt preisgünstiger, zählt im starren Gesundheitssystem mit abgesteckten Claims nicht. Bis dahin wird man sich in Wellnesszentren selbst behelfen. Aber diese Angebote bleiben in den unteren Ebenen der therapeutischen Möglichkeiten. Tiefgehende Behandlungen kann man nicht eben zwischen Büro und Kino absolvieren. Wer also schwer erkrankt, sollte sich sorgfältig umsehen nach guten Therapeuten und die Kosten dafür nicht scheuen.

Kunst/Spiritualität

Lichtinstallationen sind im letzten Jahrzehnt zu absoluten Rennern geworden, von der hektischen Laser-Show bis hin zu mystischen Lichterlebnissen, die sich manchmal ganz unauffällig in kleinen Ausstellungen mit noch unbekannten Künstlern ergeben. Hier werden geistige Ebenen erreicht, wie sie vorhin bei der Lichttherapie beschrieben wurden. Meister ihres Fachs waren die Baumeister und Glasmaler im Kirchenbau. Lichteffekte, die sich durch das von Sonnenlicht durchflutete gefärbte Glas ergeben, hinterlassen Eindrücke an einem heiligen und damit heilsamen Ort zu sein. Hier erreicht Kunst ihre höchste spirituelle Ebene. Wenn auch die Kirchen vielleicht nicht mehr gut besucht werden, sollten sich Künstler ihrer gestalterischen Kraft auch beim Umgang mit Licht weiter bewusst sein. Sie tun uns gut damit.

Lebendigkeit

Hier ist natürlich als erstes Fritz Albert Popp zu nennen, dessen Konzept der Biophotonen an anderer Stelle ausgeführt wird. Allerdings ist noch einmal an seine Aussage zu denken, dass nur lebendige Organismen Biophotonen senden. Das entspricht der Aussage, die schon Itten tätigte, dass Sterben das Entweichen des Lichts aus unserem Körper ist und der Volksmund vom Erlöschen des Lebenslichtes spricht. Falls allerdings in unserer phantasievollen Werbewelt demnächst irgendeine biologisch wertvolle ewig verjüngende Hautcreme Biophotonen enthält, womit fest zu rechnen ist, geht dies eigentlich nur wenn sie mit lebenden Organismen (Bakterien?!) bereichert ist. Popp haben wir zu verdanken, dass wir wieder viel ausführlicher würdigen wie wichtig natürliches Licht in unserem Leben und für unser Leben ist. Informationswege intrazellularer und intramolekularer Kommunikation können auf dieser Grundlage sorgfältig untersucht werden. Hier ist in der Auswertung der Experimente noch viel zu erwarten.

Energiefarben

Diesem Bereich (nicht zu verwechseln mit dem klar definierten Energiebegriff in der Physik) zählen wir alles zu, was zwar wissenschaftlich umstritten nichtsdestotrotz wirksam ist.

Gestaltungsebene

In der Gestaltungsebene erfreut sich in den letzen Jahren Feng Shui großer Beliebtheit. Es kann auf keinen Fall schaden, einer neutralen weißen Raumgestaltung mit grauen Möbeln und fahlem Licht mit verendenden Grünpflanzen eine farbig ausgewogene Raumgestaltung entgegenzusetzen. Und wenn als Ausdruck spiritueller Sehnsucht ein fernöstliches Konzept (dessen Farbgestaltung einer völlig anderen Weltsicht entspringt) zum Zuge kommt, kann man nur sagen: In Gottes Namen. Man darf aber als Kunde doch bedauern, wenn z.B. ein schön traditionell gewachsenes ländliches Wohn-Ambiente mit grell leuchtenden Yin-Yang Lampen kombiniert wird. Ob sich die Gründer von Feng Shui das so gedacht haben... Macht aber nichts: in China liebt man auch den Kitsch. Als gute Farbberater mit oder ohne Feng Shui drängen Sie den Menschen also bitte nichts auf, was Ihnen fremd ist, sondern ermuntern sie, ihre Farben zu finden und dann vielleicht Mut zu etwas Neuem zu fassen.

Therapieebene

Heilweisen, die auf dem Wissen über die Chakren basieren, wissen auch über die Entwicklungsstufen, die man im Leben nehmen kann. Damit korrespondieren bestimmte Farben, die sich auch in allen Diagnose- und Therapieformen wieder finden. Man denke hier an Heidemanns Meridiantherapie, Auro Soma, Autosuggestionsverfahren (z.B. "Fantasiereisen"), die Farben mit einbeziehen, Lichtbrillen, Farbbrillen, Auravisionen usw. Auch hier finden wir die Farbtests wieder, die hier als Diagnoseinstrument dem erfahrenen Tester dienen und dem Klienten schon beim Test weiterhelfen. Hier ist es ähnlich wie in der Kunst. Wissenschaft "entzaubert". Zauber heißt in unserem Zusammenhang nur so viel wie Geheimnis. Unser Universum in seinem Gefüge gibt diese Geheimnisse aber nur Preis, wenn man sich auf die Suche macht, sich seine Lehrer sucht und seinem Leben in Gesundheit und Krankheit in Gesundsein und Kranksein stellt. Im Gebiet der Energietherapie gibt es nichts zu beweisen. Uns steht das volle Wissen des Universums zur Verfügung. Es ist ein Geschenk, das sich nicht legitimieren muss. Wer Farben liebt und mit ihnen arbeitet, beschenkt sich selbst und andere. Man bleibt damit gesund, auch wenn man wie alle anderen einmal krank ist. Farbe ist Leben.

© Susanne Wied, 2015

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