Unsere Einstellungen bestimmen unser Leben. Allesamt entstammen sie unseren bisherigen Lebenserfahrungen und prägen daher unsere Gedanken und Verhaltensweisen. Schon sehr früh hat mir mein Karatelehrer Bahram Jianfar die Bedeutung einer konstruktiven Einstellung vermittelt. Er sagte:" Wenn du glaubst, dass du eine Karatetechnik nie lernst, hast du Recht, und wenn du glaubst, dass du eine Karatetechnik lernen kannst, hast du ebenfalls Recht." Jeder Gedanke hat die Tendenz, sich zu verwirklichen. Unsere Gedanken haben eine solche Macht, dass wir sie zu unserem Schaden, aber auch zu unserem Vorteil nutzen können.
Wie gefällt Ihnen die Vorstellung, dass Sie jeden Tag die Wahlmöglichkeit haben, sich förderlicher Gedanken zu bedienen? Egal, welchen Gedanken Sie sich bisher angeschlossen haben, Sie können jeden Tag neu wählen.
Sie können sich jeden Tag neu dazu entscheiden, nur kraftvolle und konstruktive Gedanken aufzugreifen und zu Ihren Leitgedanken zu machen. Dieses Vorgehen ermöglicht Ihnen, Ihre vorhandenen Ressourcen bestmöglich auszuschöpfen. So erlangen Sie größtmögliche Zufriedenheit, weil Sie dem Universalgesetz „So wie innen, so auch außen“ Rechnung tragen. Allzu oft werden wir in unserem Leben mit Umständen konfrontiert, auf die wir mit einer negativen oder destruktiven Einstellung reagieren: „Das wird mir alles zu viel, das kann ich nicht, dafür fehlt mir das Geld, dafür bin ich nicht alt genug, das schaffe ich sowieso nicht“ und so weiter. Diese Gedanken lähmen augenblicklich unsere Antriebskraft, unsere Kreativität und unseren Ansporn ins Handeln zu kommen.
Nicht die Umstände sind es, die uns zu schaffen machen. Es ist vielmehr unsere Vorstellung über die Macht, die die Umstände über uns haben. Es ist unsere Einstellung dazu, wie wir unsere Chancen einschätzen, den Umständen begegnen zu können. Menschen, die es in ihrem persönlichen Umfeld zu etwas gebracht haben, unterscheiden sich von den Menschen, die ihren Idealen hinterherlaufen. Während Letztere sich als Opfer ihrer Umwelt erleben, reagieren die anderen mit kraftvollen Gedanken und Handlungen auf Gegebenheiten. Auch sie werden von äußeren Einflüssen beeinflusst und behindert, aber sie übernehmen die Verantwortung für ihre Reaktionen und für die daraus erwachsenden Resultate. Sie geben stets ihr Bestes, versuchen etwas Neues und sind auch bereit ein gewisses Risiko auf sich zu nehmen, um ihr wertvolles und lohnendes Ziel zu erreichen. Ich gebe zu, dass es sicherlich nicht leicht ist, nach Jahren hinderlicher Einstellungen auf einmal nur noch konstruktiv zu denken. Wir sollten uns jedoch bewusst machen, dass wir alle über die ungeheure Macht verfügen, unsere Reaktionen auf äußere Umstände selbst zu wählen.
Möglicherweise denken Sie jetzt gerade über Ihre Einstellungen nach. Leben Sie aktiv nach der Devise, dass Sie Ihre Reaktionen auf äußere Umstände selbst wählen können? Oder haben Sie eher das Gefühl, dass Sie äußeren Umständen und Einflüssen schicksalhaft ausgesetzt sind. Ich möchte Sie an dieser Stelle dazu ermutigen, sich in jedem Augenblick Ihres Lebens bewusst zu machen, dass Sie gezielt Einfluss auf Ihr Denken und somit auf Ihre anschließenden Verhaltensweisen nehmen können. Jede Erfahrung unseres Lebens führt in einer bestimmten Art und Weise dazu, dass wir aus ihr lernen und neue Schritte in eine wünschenswerte Zukunft einleiten können.
Oft hören wir Aussagen wie: „Es gibt nichts was ich tun kann“, „So bin ich nun mal“, „Ich muss das tun“, „Ich kann nicht“. Formulierungen wie diese sprechen Menschen von ihrer Eigenverantwortung frei. Sie besagen, dass andere Menschen Macht über sie haben, dass sie von außen kontrolliert werden, dass äußere Umstände sie limitieren und ihr emotionales Leben der Kontrolle anderer unterliegt. All diese Aussagen deuten auf reaktive Verhaltensweisen, die die Wahlmöglichkeiten dieser Menschen sehr einschränken. Dabei liegt es in uns selbst, eine neue Einstellung bezüglich der Umstände zu wählen. Im Folgenden stelle ich Ihnen in einigen Beispielen reaktive (destruktive) Sprachmuster und proaktive (konstruktive) Formulierungen gegenüber.
| Reaktiver Sprachgebrauch | Wahl | Proaktiver Sprachgebrauch |
| Es gibt nichts, was ich tun kann | ⇔ | Ich halte nach Alternativen Ausschau |
| So bin ich nun mal | ⇔ | Ich kann mich positiv weiterentwickeln |
| Ich muss das tun | ⇔ | Ich reagiere nach eigenem Ermessen |
| Ich kann nicht | ⇔ | Ich gebe mein Bestes |
| Ich bin zu alt, um noch etwas Neues anzufangen | ⇔ | Meine Erfahrung gibt mir beste Voraussetzungen, etwas Neues zu beginnen |
| Ich habe einfach kein Selbstvertrauen | ⇔ | Ich schöpfe Vertrauen aus meinen Erfolgen |
Je mehr Sie sich in den nächsten Wochen bewusst mit proaktiven Gedanken und Einstellungen beschäftigen, desto mehr werden Sie positive Veränderungen bei sich selbst und Ihrer Umwelt entdecken.
Zu Jörg Gantert
Jörg Gantert ist einer der führenden Top-Experten zu den Themen Motivation, Vertriebsstärke und Stressresistenz. Er ist Bankkaufmann und Dipl. Betriebswirt und war mehrere Jahre in leitender Funktion in der Personalentwicklung eines großen Industrieunternehmens tätig. Als langjähriges Mitglied der Nationalmannschaft war er mehrfacher Europa-Meister und krönte seine Sportlerkarriere mit dem Karate Weltmeister-Titel. In Seminaren, Vorträgen, als Keynote Speaker und als Buchautor gibt er heute seine vielschichtigen Erfahrungen an Führungskräfte und Mitarbeiter weiter.
Infos unter: www.joerg-gantert-training.de
Literaturtipp:

„Glück und Erfolg selbst in die Hand nehmen“
Strategien und Techniken zum Selbstmanagement
24,90 € je Exemplar
Gebundene Ausgabe, 186 Seiten
V-E-T Verlag; 2005
ISBN: 3-9809007-8-9
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