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Foto: Frank Astor Rednerprofil
 

Mehr lernen durch Lachen

Die Kernaussagen seriöser Managementlehren werden dann besonders gut verstanden und gelernt, wenn sie parodistisch ins Gegenteil verkehrt werden. Warum also nicht einmal Kabarettisten und Comedians zu einer firmeninternen Tagung einladen? Allerdings gibt es nur wenige, die sich auf solche Auftritte spezialisiert haben.

Deutsche Unternehmen tagen gerne. Es gibt Mitarbeiterveranstaltungen, Verkäufertreffen, Managementkonferenzen, Kick-Off-Meetings und Jahresanfangs- und Jahresabschlussveranstaltungen. „Wenn früher solch ein Event bevorstand, engagierte die Personalabteilung für das Abendprogramm den unvermeidlichen Zauberkünstler“, erinnert sich der Entertainer Frank Astor. „Heute muss es ein Kabarettist oder Komiker sein, denn die Menschen wollen lachen“, beschreibt Astor einen Trend, der sicherlich auch etwas damit zu tun hat, dass im Fernsehen inzwischen Comedy zu allen Tageszeiten ein fester Programmbestandteil geworden ist.
 
Frank Astor ist seit 30 Jahren professioneller Schauspieler und zusätzlich seit 20 Jahren Kabarettist („Diesen Beruf kann man nicht lernen!“) und fast ebenso lange erfolgreicher Führungskräftetrainer. Den Trainerberuf nimmt er sehr ernst. Er hat sich auf ihn mit allem vorbereitet, was einem echten Profi wichtig ist – von der NLP-Ausbildung bis zur zweijährigen Ausbildung zum systemischen Coach. Auf die Idee, Wirtschaftskabarett zu machen, kam Astor als er das zutiefst ironische Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ des Psychologen Paul Watzlawick gelesen hatte. „Schlagartig wurde mir klar, dass die Kernaussagen eines seriösen Seminars genau dann besonders gut gelernt werden, wenn man sie parodistisch ins Gegenteil verkehrt“, erläutert Astor. Dass der gezielt herbeigeführte Wiedererkennungseffekt der eigenen Schwächen große Lacherfolge hervorbringt, begünstigte zusätzlich den Erfolg, den das Multitalent seither mit Kabarettprogrammen hat, wie: „20 Methoden, sein Leben zu verplempern“, „Acht Wege, seine Arbeit aufzuschieben“ oder „Was Sie schon immer über Kundenorientierung vergessen wollten!“
 
Guter Humor ist Schwerstarbeit
 
Astor trennt klar zwischen seinen Rollen als seriöser Trainer und als Kabarettist: „Beide Rollen gleichzeitig würden mir die Mitarbeiter eines Unternehmens nie abnehmen.“ Trainern, die auf den Ruhestand zugehen und eine Menge Dummheiten im oberen Management beobachtet haben, rät der Künstler dringend davon ab, auf die alten Tage in die Rolle des Kabarettisten schlüpfen zu wollen. „Kabarettist ist einer der härtesten Berufe, die es gibt. Es dauert Jahre, bis ein professionell ausgetüfteltes Programm in gleich bleibender Qualität steht!“ Astor arbeitet an seinem Programm mit einem professionellen Regisseur, und wenn es sein muss, lässt er sich bei bestimmten Formulierungen auch von einem Texterkollegen coachen. Nur so wurden seine Programme, die er bis zu 500 Mal aufgeführt hat, richtig perfekt. Unternehmen, die ihn für eine Abendveranstaltung buchen, können sich je nach Zuhörerschaft zwischen fünf Standardprogrammen entscheiden.
 
Auf Wunsch kann Astor sein Programm auch an individuelle Firmenthemen (wie zum Beispiel der Einführung der Balanced Scorecard) anpassen. Den wesentlichen Vorteil seiner Zweigleisigkeit als Trainer und Kabarettist sieht er darin, dass er als Trainer ein Gespür dafür bekommen hat, wie man wichtige Trainingsinhalte transferorientiert verpackt. Wichtig sei es, den Firmenkontext zu berücksichtigen. Der Fehler, den viele „Nur“-Comedians machten, bestehe darin, dass sie nicht wüssten, dass es bei Firmenauftritten immer auch Tabus gibt, die nicht verletzt werden dürften – ganz im Gegensatz zur „normalen“ Comedy, wo Provokationen immer extremer werden müssten, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.
 
Humor hilft beim Lernen
 
Kann ein Kabarettprogramm überhaupt etwas mit „Lernen“ zu tun haben? Die Antwort gibt Doni Tamblyn, Chefin von HumorRules, einem in San Francisco beheimateten Trainingsunternehmen, das sich auf „Humorous Training Games“ spezialisiert hat. Tamblyn unterscheidet sehr genau zwischen Klamauk und effektiven Lernimpulsen. Der Unterschied liegt darin, dass zum Lernen immer auch eine Phase der Reflexion der eigenen Situation gehören muss. Das Publikum braucht zum Lernen Zeit zum Nachdenken und Zeit zur Diskussion mit anderen Teilnehmern.
 
Kurz gesagt: Humor ist ein mächtiges Werkzeug in der Hand eines Redners, weil Humor eine positive Wirkung auf den Lernerfolg hat. In Experimenten wurde gezeigt, dass mit Humor eine positive Stimmung erzeugt wurde, die den Zuhörern half, ein kreatives Denkproblem schneller und besser als eine „humorlose“ Kontrollgruppe zu lösen.
 
Gudrun Porath
 

 
Der Wirtschafts- und Seminarkabarettist Frank Astor bringt eine Real-Satire eines x-beliebigen Firmenalltags auf die Bühne. Als Managementtrainer kann er hierbei aus dem Vollen schöpfen. Das Programm besteht aus Themen wie „20 Methoden, sein Leben zu verplempern“, „Acht Wege, seine Arbeit aufzuschieben“ oder „Was Sie schon immer über Kundenorientierung vergessen wollten!“ Bei Frank Astor lacht das Publikum nicht über den Comedian, sondern über sich selbst. Motto: Lachen ist der schönste Weg zur Selbsterkenntnis.
 
Kontakt:
 
Frank Astor
Unternehmenskabarett
Wengen 24, D-86911 Diessen
Tel. 08807 – 20 65 85
 

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